Bei der Betitelung dieses Beitrags waren auch noch „Einer geht noch“ und „Oops – I did it again“ ganz hoch im Kurs, aber letztendlich, unter dem Eindruck der US-Wahl, wurde es diese Überschrift.

Um es kurz zu machen:

Letzte Woche habe ich einen neuen Antrag für ein Sabbath-Jahr eingereicht. Wer bitte schön sagt, dass man es akzeptieren muss, wenn einem das Schicksal in die Suppe spuckt, nur weil es das fucking Schicksal ist, und nicht der fette Typ im Comic-Con-T-Shirt auf dem Platz neben einem, dem man einfach den Löffel für eine solche Frechheit auf die Rübe klopfen würde?

Nun ja, streng genommen habe ich mir einfach eine neue Suppe bestellt. Die Metapher war aber eh scheiße.

Insgesamt habe ich in den ersten Wochen der Schule mal ein wenig die Einnahmen und Ersparnis-Situation hin- und hergerechnet, und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich es mit dem 3/4-Modell einigermaßen schaffen könnte. Einfach wird das finanziell nicht, ein paar Luxusallüren sollte ich mir noch abschminken. Aber insgesamt hatte ich größere Skrupel, als mir die Frage kam, ob ich mich nicht so völlig von der Schule entwöhne, denn zum Abgewöhnen ist das Lehrerleben ja mittlerweile schnell mal.

Aber Skrupel sind nicht umsonst eine sehr kleine Gewichtseinheit, die auf Latein so viel wie „kleines, spitzes Steinchen“ heißt, man kann sie also leicht wegschieben. Jetzt bin ich also dieses Jahr voll dabei, habe dann drei Jahre voll dabei mit weniger Gehalt und dann ein neues ein Jahr raus, mit weniger Gehalt aber auch eben nicht dabei.

Entspannungsphase ich komme.

Lustigerweise musste ich das Freistellungsjahr erst über eine landeseigene Lehrer*innen-online-Verwaltungsplattform beantragen, dann das Dokument ausdrucken und in Papierform an meiner Dienststelle einreichen. Na ja, zum Thema „Digitalisierung als Fake im Bildungssystem“ habe ich jetzt wirklich schon oft was geschrieben.

Das heißt, dass ich im September 2024 51 Jahre alt bin und erst einmal frei. Ich möchte bis dahin gegen Covid-19 geimpft sein, immer noch gesund und weniger pessimistisch gestimmt als im Moment. Darüber hinaus wird mein zweites Sabbatical mit einer US-Wahl eingeleitet werden, eventuell erlebe ich da den Return of the big white Don. Wie scheiße wäre das: sein Freistellungsjahr mit einer Noch-einmal-Wahl von Trump anzutreten?

Huch, wollte ich nicht weniger pessimistisch leben? Blöde Veranlagung.

Jetzt haben wir aber den Fucker erst mal los, und Junge, was war das für eine Anstrengung, bis er endlich offiziell abgewählt war. Und es ist ja noch nicht vorbei. Ein Abgang mit Würde wäre wohl zu viel bei jemand erwartet, der erkannt hat, dass ohne Würde leben einen gut verdienen lässt. Gerade hat er zum Schluss noch seinen Verteidigungsminister geschasst. Das erinnert mich an Adolf Hitler, der auch noch munter kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee in Berlin Generäle up- und degradierte. Im Fußball darf man ja auch drei Minuten vor Schlusspfiff noch mal wechseln.

Ist es eigentlich unsachlich Donald Trump mit Adolf Hitler gleichzusetzen? Und sei es auch nur in einem Teilaspekt? Am 9. November?

Ist es wohl. Mindestens so unssachlich, wie den April 1945 mit einem Bundesligakick zu vergleichen. Aber wäre ich ein sachlicher Typ, dann hätte ich vielleicht meine erste Million längst verdient.

Sehen wir für einmal aber heute den Lichtschimmer am Horizont: Joe Biden wird neuer US-Präsident, eventuell kein guter, aber zumindest keine Vollkatastrophe wie sein Vorgänger; Es gibt Hoffnung auf einen funktionierenden Impfstoff. Und ich kann, so das jüngst gern spuckende Schicksal will, in ein paar Jahren versuchen ein paar geplatzte Träume zurück zu holen. Meine Mutter bekommt demnächst ein neues Knie und kann dann vielleicht wieder laufen.

Ein Lichtschimmer am Horizont.

Oder vielleicht auch eine Feuerwalze die auf uns zurast. Wir werden sehen.

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