Der heutige Morgen war der Aufrechterhaltung der Infrastruktur gewidmet. Zunächst Fahrt nach Gijon, das so hässlich ist, dass ich der Stadt erst gar keine zweite Chance gegeben habe. War vielleicht ein wenig grob. Aber es gab einen gigantomanischen Supermarkt, W-Lan, Bloggen, Zeug einkaufen. Dann fünf Straßen weiter zum Waschsalon. Ich habe zwar genug Klamotten für zwei Wochen eingepackt, aber der Wäschesack wurde mir etwas voll und wenn ich heute schon mal den Morgen den allgemeinen Notwendigkeiten opfere, dann kann das gleich mit.

  1. Aus Mangel an Sprachkenntnissen packe ich meine Schmutzwäsche zunächst in den Trockner, merke das aber erst nach Ende des Programs, nachdem meine Wäsche zwar schön warm, aber immer noch verspackt aus der Trommel kommt.
  2. Die richtige Reihenfolge beim zweiten Versuch produziert saubere, aber immer noch feuchtklamme Wäsche. Entweder habe ich den Trockner falsch bedient oder das Ding bringt’s einfach nicht.
  3. Als sich Abends ein kühler Wind erhebt und ich mich Frage, wo mein fließgefütterter Kapuzenpulli wohl ist, fällt mir ein, dass ich ihn im Waschsalon in Gijon, 30 Km hinter mir, an eine Regalkante gehängt habe, wo er wohl noch immer langsam trocken wird.

Das nehme ich mit einem Schulterzucken, was wieder auf den Oh-so-happy-Achim hinweist. Ich habe den perfekten Spot für heute gefunden. Strand, Bucht, umgeben von Steilklippen, viel Parkplatz, Stand jetzt, 18.09./19.45 noch kein zweites WoMo aufgetaucht. Bus steht mit Blick aufs Meer, so dass ich morgen früh mit Buddha-Miene in den Sonnenaufgang starren kann. Ein paar Schritte oberhalb: kleine, einfach wirkende Strandbar. Hier kann ich Abends gleich oberhalb von Gaspard was essen und mit zwei Wein dann den Schieferplattenweg zu meinem Schlafplatz hinunterschweben.

Oder ich gebe mir was von diesem hier so gefameden Cidre, den man immer aus zwei Meter Entfernung ins Glas spritzen muss. No, das ist mir zu posig als Getränk, ich habe mir davon eh eine Flasche im Laden zugelegt, den ich irgendwann ohne Rumgespritze hier im Bus aus der Blechtasse süffeln werde.

Nachmittags die Gegend mit Pegasus erkundigt.

Feststellung: ich bin ein negativer Typ. Die Freude darüber, die Straßen an der Steilküste mühelos herunterrollen zu können, wiegt bei mir den Ärger über das anstrengende Hochstrampeln klippauf nicht auf. Ich verbuche das als Negativbilanz. Dumm.

Übrigens:Wäre diese Steilküste in Großbritannien oder Irland wäre sie total berühmt und ein Markenzeichen, aber hier ist sie nur ganz normales Nordspanien.

Dafür aber ein kleines Küstenörtchen erkundigt, in einer Bar Kaffee mit Hafenblick getrunken, einen breiten Sandstrand dahinter entdeckt, bis zu den Knien drin gewesen (der Atlantik ist echt frisch), die Stranddusche benutzt, von einer Klippe auf die gischtenden Fluten darunter geglotzt, eine versteckte Katze im hohen Gras entdeckt, leider keine Freundschaft geschlossen, schönen roten Stein gefunden. Im Kopf macht sich anscheinend grad das Biedermaier breit. Wenn ich hier fertig getippt habe gehe ich hoch in die Bar und esse irgendwas.

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