Ich sitze noch am guten Ende von Sizilien und das Wetter ist einfach nur eklig. So ein bisschen wie meine Situation. Die findet auf dem Parkplatz eines großen Einkaufszentrums statt, wo ich gerade in Gaspard sitze und tippe. Der Regen prasselt höllisch laut aufs Dach, ab und zu rüttelt eine Windböe am Bus. Der Sturm hat sich hier zu einem veritablen Schietwetter abgeschwächt, aber die Ausblicke heute auf das Meer zeigen, dass es draußen übel abgeht.

Mein Morgen war noch ganz ok. Zunächst habe ich mich vom Strand gemacht – trocken und bewölkt, aber ich wollte weg, bevor der Regen zuschlägt. Nach Cefalu getuckert, und Cefalu ist wirklich der Prototyp eines kleinen sizilianischen Städtchens mit verwinkelten Gassen und Kopfsteinpflaster. Die geschlossenen Läden und Restaurants verraten eine ziemlich touristisch geprägte Saison, aber jetzt im Januar war Cefalu herrlich verschlafen und einsam. Und dann ist da diese normannische Katedrale – normannischer wirds nicht mehr. Einfach fantastisch. Wir waren zu zweit da drin, ich und eine ältere Nonne, die die Kirchenbänke abwischte.

Der Waschsalon in Cefalu war ziemlich voll, aber jetzt habe ich wieder Socken für die Heimfahrt. Vollgetankt ist auch, Dusche in der Autobahnraststätte benutzt, sauber. Danach zu diesem Einkaufszentrum, ne Minipizza gegessen, rumgelaufen. Im Supermarkt ein paar fehlende Dinge ergänzt und zwei, drei Mitbringsel erworben. Kaffee getrunken. Artikel von gestern hochgeladen. Rumgesurft. Raus zu Gaspard, versucht ein bisschen Schlaf nachzuholen, aber der prasselnde Regen und das gelegentliche Gehupe auf dem Parkplatz machen das schwierig. Jetzt schreibe ich kurz vor 17.00 den Tageseintrag, weil es gerade sonst nix zu tun gibt.

Der Plan für heute Abend – der letzte Abend auf Sizilien – ist folgender: Es gibt n’Kino, das zeigt Nosferatu im englischen Original Der Haken an der Sache: ausgerechnet das einzige Kino in Palermo, das englische Filme bringt, liegt gegenüber der Verdi-Oper, also mitten im Zentrum. Mit dem Fahrrad komme ich bei dem Wetter quasi nicht hin; Mit den Öffis ist das von hier sehr lange und halt auch wieder zurück. Mit dem Auto in der Nähe einen Parkplatz finden: Das wird nicht einfach. Mal sehen, wie das wird.

Ich melde mich von der Fähre. Habe Internet gebucht.

Ach ja, noch eine gute Nachricht: Trotz Starkregen draußen ist Gaspard gerade trocken wie ein schönes Glas Sekt. Keine Ahnung was das gelegentliche Getropfe auslöst.

Update: Nix mit Film auf Englisch. Bin wohl nicht so gut mit den italienischen Wochentagen. Dafür durch Palermo bei Nacht spaziert, erstaunlich ruhiges Zentrum für den Trubel, der am Tag herrscht. Allerdings immer wieder tiefer gelegene Straßen am Hafen vom Starkregen überflutet. Also lieber Schlafspot auf dem hochgelegenen Belvedere mit diesem Blick auf die Stadt:

Gaspard vor dem Himmel über Palermo

Werde krank.

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