Pläne und Pläne – eigentlich war ja der Plan mit der Autofähre von Saranda nach Korfu zu gondeln, einmal die Insel zu umrunden, einen schönen griechischen Salat zu essen …

… nur dass im März die Autofähren gar nicht fahren.

Kurz entschlossen buche ich also gegen 10 im Fährbüro von Finikas Lines das Schnellboot für Passagiere – statt zwei Tage Korfu nur 5 Stunden, aber immerhin kann ich dann sagen, ich sei auf meiner Reise bis nach Griechenland gekommen. Gaspard bleibt in Albanien, aber ob ich ein Fahrrad mitnehmen könne? Ja, kein Problem, ein Fahrrad kostet fünf Euro Aufschlag.

Natürlich ist das Fahrrad ein Problem, denn auf einem Flying Dolphin aus den mittleren 80er-Jahren gibt es eigentlich keinen richtigen Platz für einen Drahtesel. Das Ding ähnelt mehr einem Flugzeug als einem Schiff. Und die Mannschaft ist nicht wirklich gut im Kommunizieren, wo Pegasus nun wann befestigt werden soll.

Korfu-Stadt

Aber immerhin: Kurz vor 11.00 stehe ich in der Schlange der Grenzkontrolle und da stehe ich eine ganze Weile. Hatte ich schon erwähnt, dass alle meine Landsleute, die sich wieder mehr Grenzkontrollen wünschen, sich gepflegt ein Wiesel ans Knie nageln können? Deppen.

Korfu Stadt ist schön.

Am Samstag ist hier viel los und man kann ganz nett durch enge Gässchen schlendern. Bzw. ein Fahrrad schieben. Am Ende lande ich auf der bombastischen Hafenfestung. Alle haben hier dran gebaut. Die ersten Korfuer haben komplett auf den beiden Felsen gesiedelt, dann kamen die Byzantiner, die Venezianer, danach die Osmanen und am Ende noch die Briten und alle haben an die Festung was ran oder umgebaut.

Unesco-Weltkulturerbe.

Man verbringt hier ganz schön viel Zeit. Danach suche ich vergeblich einen Strand, radele ein wenig durch einen Park und stelle dann mit Schrecken fest, dass in Griechenland eine andere Zeitzone gilt und ich meine Fähre zurück nicht verpassen darf, weil ja hier 16.00 eine Stunde früher ist als drüben in Albanien.

Ich verpasse sie nicht und nach erneutem Geschieß mit wohnin-das-Fahrrad stehe ich wieder in der Schlange für die Grenzkontrolle. Am Abend gebe ich mir noch das „Blue Eye“, ein Naturwunder in den Bergen mit leuchtend blauem Wasser. Das Flusstal ist tatsächlich sehr schön, das ganze ist aber verwertet bis zum geht nicht mehr. Irgend einer an der Ticketbox vermietet Elektro-Mopeds, und den ganzen Aufstieg lang brausen albanische Jugendliche wild hupend die nagelneue Straße zur Wunderquelle entlang. Erst als deren Mietzeit abläuft stellt sich so was wie Naturerlebnis ein. Dann aber richtig.

Blau.

Jetzt stehe ich sehr einsam, vier Kilometer weiter.

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