Das Soca-Tal (Auf Italienisch heißt der Fluss „Isonzo“) ist spektakulär. Steile Felswände, schneebedeckte Berge und ein wilder Fluss voller Stromschnellen der – komplett himmelblau ist. Die Albaner machen daraus ein großes Ding, wenn sie ein „Blue Eye“ in den Bergen haben, hier ist halt einfach mal der komplette Soca so.
Ich treibe mich heute ein wenig in Nordslowenien herum.
Es liegt sicherlich auch wieder am grauen Himmel heute, aber die Dörfer am Grund dieser Täler wirken durchaus wohlhabend, aber lichtarm und eng. Ich glaube, in so einer Berglandschaft würde ich nur ungern länger leben, man fühlt sich quasi permanent von Felsmassen überschattet.
Die größte Entdeckung heute: Gibanica.
Als ich in Bovec an einem Dorfkaffee halt mache, sehe ich in einer Vitrine eine Reihe von nicht sehr auffällig wirkenden grau-braunen Kuchen-Quadern und denke mir: Besser als schon wieder Croissant. Normalerweise bin ich nicht der Food-Reise-Blogger und esse halt, was mir auf der Karte nett erscheint. Aber hier reiße ich dann die Augenbrauen hoch: Das Ding wird warm serviert und stellt eine Mischung aus Topfen-, Mohn- und Apfelstrudel dar. Gibanica ist das beste aus drei Welten vereint, und eine echte Köstlichkeit.
Wo treibe ich mich herum? Auf Schlachtfeldern natürlich. Insgesamt verbringe ich einen grauen und nieseligen, aber schön einsamen Tag im Wald, der mich sehr an meine Frankreich-Ausflüge erinnert. Bei Bovec wurde ein ganz hübsch restauriertes Outdoor-Museum errichtet, das eine österreichische Verteidigungs-Stellung auf einem Hügel über den Fluss im Original-Zustand zeigt. Das Ganze ist etwas in die Jahre gekommen und vor allem einige Geländer würde ich mal dringend erneuern. Aber ich konnte wieder ganz allein mit Taschenlampe durch einen verzweigten unterirdischen Maulwurfsbau stromern und war damit sehr happy.
Auch sonst finden sich auf dem Hügel Befestigungen. Hier gelang übrigens der Durchbruch bei der letzten erfolgreichen Offensive einer KuK-Armee, 1918, 11. Isonzo-Schlacht, unschönerweise mit deutschen Giftgasexperten. Arme Italiener.
Ansonsten bin ich direkt an die Österreichische Grenze vorgestoßen und übernachte noch einmal im letzten Zipfel Italien. Wieder stelle ich fest, was für gewissenlose Räuber Deutschlands direkte Nachbarn im Süden sind. Neben nem 10er für ein Tagespickerl verlangen sie zusätzlich Maut auf bestimmten Abschnitten. Da sind mir die Franzosen mit ihren flächendeckenden Mautstationen irgendwie lieber.
Na ja, viel FPÖ halt bei denen.
Morgen geht es dann heim. Wird noch mal ein längerer Trip und ich möchte früh los, denn ich bin zum Mittagessen bei Mama in Ulm angemeldet. Und dann wird noch ein längerer Balkan-Rückblick notwendig.
Es war eine tolle Reise.

