Was macht man mit den Stunden vor der Fähre? Sich noch irgendetwas Schnelles für den Abschied suchen. Und irgendwie ist es doch von Portsmouth aus ein ziemliches Stück bis nach Dover.

Schließlich lande ich in Hastings. Nach einer langen, anstrengenden Fahrt über kleine Sträßchen mit wieder sehr starkem Verkehr. Eigentlich lande ich in einem Dorf nördlich von Hastings, es heißt „Battle.“

Seltsamer Name?

Als ich als ganz frischer Geschichtsstudi mir meine Veranstaltungen zusammenpuzzelte landete ich in einem Proseminar mit dem Titel „1066 – Norman Conquest of England.“ Meine Seminarsarbeit schrieb ich über den Wandteppich von Bayeux als Quelle und in Bayeux spazierte ich im September herum. Aber das zentrale Ereignis fand 1066 in der Nähe von Hastings statt, denn dort haben die Normannen den Sachsen das Angeln beigebracht.

Spaß.

Sie haben ihnen auf die Mütze gegeben und ihr König war danach tot. Man kann sagen, dass seit dem England und Frankreich ein Ding in der Geschichte sind. Irgendwann nach der Schlacht wurde dann auf dem Gelände eine Abtei errichtet und darum entstand ein Dorf und irgend ein sehr kreativer Kopf kam auf die Idee es „Battle“ zu nennen.

Es ist ein ganz hübsches Dörfchen, leider habe ich wenig Zeit, so wenig, dass das Museum, das sich natürlich wieder laut Heulbrief am Eingang komplett selber finanzieren muss, auf gar keinen Fall geht. Man findet dann aber doch noch einen Zugang zu einem wirklich wunderschön wirkenden Wanderweg durch die Hügel, auf denen damals Englands Schicksal entschieden wurde. Mehr als 20 Minuten bleiben mir da aber nicht, aber immerhin, ich war mal da. Liebe Grüße Herr Richter, leider erreichen die Sie jetzt im Himmel.

Die Fahrt nach Dover ist erstaunlich lange, verkehrreich und zäh. Aber die Briten machen auch nicht alles schlechter, als die Franzosen: Durch die Anfahrtszeremonien bis zur Fähre bin ich hier schon nach 20 Minuten durch. Hätte ich mir in Hastings also mehr Zeit lassen können.

Die P&O Fähre ist nicht nur billiger wie die von Irish Ferries, sondern auch neuer und moderner. Nur das Internet funktioniert mal wieder nur sehr eingeschränkt, ich bin gespannt, wann mal die Innovation eines stabilen Netzes auf Passagierschiffen Einzug in die moderne Welt hält. Es ist bestes Seewetter. Die Klippen von Dover erstrahlen wie in einem Enyd-Blyton-Roman. Die Fähre ist halb leer und damit sehr entspannt. Eine kräftig gebaute Disneyprinzessin singt mit einigen Kindern der Passagiere Songs aus „Frozen.“

Echt jetzt.

Letztendlich lande ich erst in Calais – hier dauerts dann wieder – dann in Dijksmuide in Belgien, wo ich schon 2019 einmal war. Dort gibt es Pommes und Käsekroketten für mich. Jetzt sitze ich auf einem Waldparkplatz kurz dahinter.

In Dijksmuide bin ich mit dem Fahrrad mal auf der falschen Straßenseite gefahren.

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