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Auch Juno-Beach ist eine französische Strand-Idylle wie aus dem Bilderbuch. Es ist frisch, aber unendlich sonnig, wieder pfeift der Wind, aber die Wolken und der Regen sind weg. Freitag, 13. September, zweiter Tag in der Normandie.

Bayeux ist übrigens sehr hübsch. Ich bin zwar zu früh dort, um den berühmten Teppich, der ein Wandbehang ist, zu sehen, aber das Städtchen selber ist wie aus einem Disney-Film entsprungen. Ich bin trotzdem nur da, um im Einkaufszentrum das kostenlose WiFi für den Laptop zu nutzen, um die ersten beiden Episoden in den Blog zu laden.

Man kann hier tagelang herumfahren und kriegt nicht alle D-Day-Museen durch. Jeder Landungsabschnitt hat mindestens eins, dahinter liegen die Museen der Gemeinden und in den größeren Städten die größeren Museen der größeren Städte.

Alle haben sich groß für 2024 rausgeputzt und mindestens eine Kanone vor die Tür gestellt. Die Frage, welches ich mir ankucke – ich habe weder Zeit noch die Kohle für 10 + davon – ist also essentiell, denn ein Gutteil der musealen Angebote könnte aus Vitrinen mit Miltärschrott, alten Fahrzeugen und Schaufensterpuppen in Uniformen bestehen. Und das bringt mir meistens wenig.

Meine Wahl fällt auf das Juno Beach Museum, das den kanadischen Truppen gewidmet ist und einigermaßen neu gebaut. Die Ausstellung entpuppt sich als gründlicher Rundgang durch die kanadische Geschichte zwischen 1900 und 1945 – durchaus interessant, weil man nicht so viel darüber weiß, aber ich bin dann am Ende von so viel Textinformation doch ein wenig erschlagen. Ich spreche dennoch eine Empfehlung aus.

Und da ist ja dann noch der gigantische Strand dahinter. Ich habe immer das Gefühl, dass ich am Meer klarer durchatme und ruhig werde. Lustigerweise habe ich das in den Bergen nicht. Aber alleine die salzige Luft und das Möwengeschrei (ansonsten sind Möwen natürlich Bastarde) wecken normalerweise den Romantiker in mir.

Am Nachmittag düse ich noch bei den Resten des provisorischen Hafens der Alliierten vorbei. Auf der Klippe oberhalb ist eine regelrechte Parkindustrie entstanden, aber auch vor dem Hafendorf findet sich etwas Ruhigeres. Alleine die Dimensionen der Anlage lassen einen nur staunen. In einem gigantischen Halbkreis liegen die Betontrümmer im Wasser. Ich habe Glück: Es ist Ebbe und man kann die Reste am Strand aus der Nähe begutachten.

Wenn er will. Oder glaubt zu müssen. Dann entsteht in Tagen ein riesiger künstlicher Hafen, der Stürme übersteht und einen ganzen Feldzug am Laufen halten kann. Wenn der Westen nicht muss, bekommt er nicht mal das Ende der halbjährlichen Zeitumstellung auf die Kette. Oder eine digitale Bildungsplattform, die auch funktioniert.

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Die Sonne scheint. Die Möwen schreien. Wellen rauschen. Der Strand ist riesig. Ich hänge meine Beine in die Wasserlinie und schaue zu, wie der nasse Sand zwischen den Zehen hochwächst.

Am Abend finde ich Unterschlupf am Parkplatz neben einem neolithischen Grabhügel. Unter Bäumen, hinter Hecken und die Landstraße daneben wird nachts auch ruhiger werden.

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