Ja ja. Er kann halt nicht anders. Wald. Erde. Laub. Die Rufe der Vögel, der Matsch an den Sohlen, ab und an knackt ein Reh im Gebüsch. So schon uffzig-mal erlebt.
Aber ich kann es natürlich nicht lassen.
Wenn ich schon über die alte Westfront fahre, dann mache ich da natürlich auch Station. Und hier weiß ich auch ganz genau, wo man einen Bus stellen kann, denn einige dieser Landsträßchen kenne ich inzwischen bedeutend besser als die Gemeinden um meinen Schulort herum.
Ich bin also von Dijon nach Apremont-la-Forêt gedüst, etwa 180 Kilometer, einen Ort, den keiner kennt, weil er winzig ist. Er liegt hinter Saint-Mihiel, was auch keiner kennt, aber da gibt es Restaurants, eine Post und einen Supermarkt. In Apremont war 1914/1915 ein bisschen was los und dann bis zum September 1918 nichts Größeres mehr. Also haben die Deutschen zwischendrin aus Langeweile alles betoniert, betoniert, betoniert, so dass das Stellungssystem im Wald quasi in Stein gemeiselt ist. Ein paar Stellen sind für Besucher zugänglich gemacht und mit ein paar Tafeln versehen, das meiste liegt unter dickem Moos abseits der Parkplätze, eines Menschen auf Spurensuche harrend.
Ich verbringe hier einen schönen, kühlen und sonnigen Tag. Ich finde nichts wirklich Berichtenswertes, nur das übliche Zeug. Hier, ich kann euch einen mit Zement gefüllten Sandsack zeigen. Zweimal schrecke ich Rehe auf. Fuchsbaue am Wegesrand.
Pegasus bleibt heute bei Gaspard. Als ich Abends zurückkehre bin ich ziemlich eingesaut von den feuchten Wegen, aber tiefenentspannt. Vielleicht waren es doch ein bisschen viel Städte in den letzten Wochen. Ich habe andere Menschen nur aus der Ferne gesehen und das war gut so.
Mein Tripp neigt sich dem Ende entgegen.
Die Nacht wird heute frisch werden. Prächtiger Sonnenuntergang. Morgen lege ich noch einen Verduntag ein und dann geht es am Montag nach Hause.
