Nun, ich habe eine Website.

Update, 18.11.2019

Etwas weniger als ein halbes Jahr läuft jetzt mein Blog. Er ist technisch noch immer laienhaft, aber er tut das, was ich mir versprach: Er fasst meine Erlebnisse in diesem Auszeitjahr zusammen und bietet mir eine Plattform, Dinge zu dokumentieren und Ideen und Gedanken zu verschriftlichen.

Ob du selbst als Lehrer*in mit Sabbatical-Plänen nach Erfahrungsberichten suchst, ob du hier reingestolpert bist oder ob du mich persönlich kennst und gerade wissen möchtest, wo Achim steckt und was er treibt: Fühl dich eingeladen hier zu lesen. Wenn du’s gut findest, dann like es, sobald du online aktiv bist wirst du leider geil auf Clicks. Wenn du es noch besser oder ganz schrecklich findest, dann kommentiere es.

Inzwischen im Freistellungsjahr angekommen kann ich folgendes Zwischenfazit ziehen: Die beste Entscheidung, die ich seit langem getroffen habe. Denn das eigene Leben ist tatsächlich ein sehr, sehr schöner Ort. Man neigt nur dazu, ihn im Alltag zu vergessen.

Originalpost, 20.07.2019

Eigentlich möchte ich dokumentieren, was mir dieses Jahr bringt.

Im Moment sitze ich aber eher da und versuche mich in die Gestaltung dieses Blogs einzulernen. Irgendwie ziemlich sperrig, und ich stehe ganz am Anfang. Im Grunde schreibe ich diesen Eintrag nur, weil mir das Tutorial hier vorschlägt, ich solle meinen ersten Blog-Content nun schreiben.

Und dabei hat mein Sabbathjahr noch gar nicht angefangen. Es ist einfach nur ein verdammt schwüler Juli-Sonntag,

Da ist er wieder, der ewigwährende Zwiespalt: Eigentlich strebt Mann (Mitte Vierzig, bindungslos, wills noch mal wissen) nach Selbstbestimmung und Selbstentfaltung, und stellt dann fest, dass er Dinge tut, weil es ihm eine Software empfiehlt.

Ob ich aus dieser Falle noch einmal entwischen kann? Erste Befürchtungen machen sich breit, zum Beispiel die: Ich sauge mir einen Text aus den Fingern, und mit einem Klick ist alles weg.

Es hilft nichts, Mann-der-es-wissen-will. Du musst es nun wagen abzuspeichern.

Introduce Yourself

„Introduce Yourself“ schlägt mir WordPress vor. Alles, was mir einfällt, ist „Loose Yourself“ von Eminem.

Vor sieben Jahren war ich 39, Die Briten waren selbstverständlich in der EU und niemand wäre auf die Idee gekommen, das die Amerikaner jemals einen offensichtlich gefährlichen Vollidioten zum mächtigsten Mann der Welt machen würden.

Nun, damals war es einfach bei meinem Dienstherren ein Formular abzugeben, das die Ansparung eines sogenannten „Sabbath-Jahres“ beantragte. Warum heißt es in der freien Wirtschaft offensichtlich „Sabbatical“ und für Beamte „Sabbath-Jahr?“ (Gut, offiziell heißt es „Freistellungsjahr“, aber das ist Amtsdeutsch, benutzt im vernünftigen-menschlichen Sprachgebrauch keiner.)

2012/2013 war ich bereits lange genug dabei, um im Job als Lehrer Ausfallserscheinungen und Burnout-Ängste zu entwickeln, kurz genug, um zu wissen, dass die Strecke bis zur Pension noch elendig lang werden würde (und, sind wir ehrlich, hinter der Pensionierung steht doch schon der Sensenmann in Lauerstellung) und alt genug, um zu wissen, dass ich nicht mehr jung bin und nie wieder sein werde. Alt genug, um zu ahnen, dass man das letzte bisschen Power, das in den müden Knochen noch steckt, vielleicht auch für was Schöneres einsetzen könnte, um noch einem Jahrgang Abiturienten Gedichtinterpretation und Reformpolitik der Sozial-Liberalen Koalition beizubringen.

Und jetzt sitze ich da mit diesem Jahr, das ich mir selbst geschenkt habe, und es steht an.

Es macht mir ehrlich gesagt ein wenig Angst: Ich habe beim Organisieren gepennt und eigentlich steht noch gar nix. Aber ab September wird alles anders werden, als es all die Berufsjahre davor war undschauenwirdenTatsacheninsGesicht: Wenn man älter wird nimmt man Veränderungen gar nicht mehr so gut auf.

Ich freue mich auf dieses Jahr Zeit andererseits wie ein Schneekönig.

Wobei sich die Frage stellt, auf was sich Schneekönige eigentlich genau immer freuen (auf Schnee?) und wer auf diesen blöden sprichwörtlichen Vergleich überhaupt kam.

Egal.

Ich bin Achim, 46 Jahre alt, seit 2002 Lehrer und nunmehr seit 10 Jahren Stuttgarter.

Ich habe Pläne.

Davon ein andermal mehr.