Grumpy Old Surfer Boy

Heute mache ich Strecke. Leon – San Sebastian sind fast 400, da werde ich lange zuckeln. Aber danach bin ich dann schon wieder fast in Frankreich, also lasst uns heute Meilen runter reißen! Leider schlafe ich länger als sonst. Also komme ich spät los von dem wunderschönen Waldparkplatz, durch dessen Bäume man nachts beim Pinkeln …

Wanderer über den Dingen

Die Nacht war fast unbeschreiblich still. Morgens der Bergstraße weiter folgen, Richtung spanische Grenze. Nebel wallt aus dem Tal, aber ich fahre höher, in der Morgensonne. Dann, rechts am Straßenrand: Ein kleiner Parkplatz, ein großer Felsen und eine überdimensionale Schaukel. Von hier kann man die ganze Welt sehen, zumindest den Teil, der über dem Nebel …

Walle, walle Nebula.

Wie man Porto doch noch genießen kann. Eine Anleitung in vier Schritten Erstens: Schlaf ein bisschen länger als sonstZweitens: Wasche dich.Drittens: Wenn du es noch nicht getan hast, geh über diese verfluchte Brücke. Genieße das Panorama. Geh einmal in eine Richtung, dann dreh um und geh zurück. Verpiss dich danach schnell.Viertens: Such dir einen Außenbezirk. …

Porto ist Shit

Es ist der 17. August 1998 in Florenz und ich schiebe mich durch das Gewühl. Hier vor der Ponte Vecchio ballt sich die Touristenmasse zusammen und strömt im Kriechgang durch die Gassen, ein vielköpfiger Tausendfüßler der über das Kopfsteinpflaster schlurft, vorbei an den immer gleichen Souvennir-Läden und Schnell-Restaurants, auf der Suche nach dem authentischen Erlebnis, …

Instastau am Ende der Welt

Während ich meinen Salat putze beobachte ich mit wachsender Faszination das ältere französische Pärchen mit dem Kangoo vor mir. Sie, spindeldürr und hochgeschossen, hat inzwischen den dritten Plastikbecher Tetrapack-Rotwein und eine Zigarette in der Hand, er, Typ Joachim Kroll, zieht ein Baumarktpaket ganz unten aus dem Kofferraum, nachdem er sämtliches Campingequipement zuvor auf der Wiese …

Life’s a Beach

Der heutige Morgen war der Aufrechterhaltung der Infrastruktur gewidmet. Zunächst Fahrt nach Gijon, das so hässlich ist, dass ich der Stadt erst gar keine zweite Chance gegeben habe. War vielleicht ein wenig grob. Aber es gab einen gigantomanischen Supermarkt, W-Lan, Bloggen, Zeug einkaufen. Dann fünf Straßen weiter zum Waschsalon. Ich habe zwar genug Klamotten für …

Zwei Stunden Bilbao

Ich sitze auf meinem Regiestuhl, der mit auf die Reise ging – ein Geschenk einer langen vergangenen Theater-AG zum Abschied. Vor mir dampft auf dem Teller ein Haufen Pfannenkuchen – Haufen ist korrekt, denn ich war nicht in der Lage, sie elegant und komplett zu wenden. Sie schmecken mit Apfelmus dennoch köstlich. Beim Schmausen blicke …

Zurück zum Wald

Fuck, ist mein Leben großartig. So, da habt ihrs, unverblümte, echte Lebensfreude bei Grumpy Old Boy. Der pessimistische alte Hippie mit Bus, Stänker-Achim, Nörgel-Pauker, linker Apokalyptiker, ist fast so was wie glücklich. Manchmal, wenn richtig gute Mucke auf meinem Radio läuft, die Landschaft sich öffnet und Gaspard treu vor sich hin schnurrt, dann muss ich …

La Rochelle sehen und sterben

Der Sonnenaufgang über dem Fluss ist genau so bombastisch wie der Tags zuvor am Grabhügel. Flott jetzt Kaffee (Zucker gibts jetzt auch) und dann wird eine Schüssel mit Seifenlauge warm gemacht, es ist Waschtag. Heute habe ich eine lange Strecke vor mir, ich muss an die Atlantikküste runter. Da will ich von Kopf bis Fuß …

Auf rosa Granit

Die erste Morgenröte schiebt sich über das Stoppelfeld und tuscht ein unfassbares klares Rosa in das Dunkelblau. Letzte Sterne bilden kleine blasse Punkte dazwischen. Ein grauer Kirchturm erhebt sich hinter dem niedrigen Wäldchen, ein dunkler Schatten, unverrückbar seit Vorzeiten. Dann beginnt es. Zuerst beginnt das Dorf hinter dem Hügel seine Glocke zu läuten, dann fällt …