Es ist soweit: Die erste große Aktion in diesem einen Jahr raus zeichnet sich ab. Und ich muss sagen, dass es sich idealer gar nicht hätte ergeben können:

  1. Ich haue im kalten, ekelhaften deutschen Herbst einfach ab (25.10. – 17.11.)
  2. Ich sitze auf einem ziemlich großen und schönen Schiff (Bavaria 51 Cruiser)
  3. Ich segele Hochsee und auf Distanz von Nordspanien auf die Canaren.

Das sind Luftlinie knapp 2000 Kilometer von A Coruna bis Gran Canaria, drei Wochen Überführungssegeln in Dreierschichten, offshore über den Atlantik, mit maximal 5-6 Häfen. Also etwas ganz anderes als die bisherigen Urlaub-Badetörns.

Ein bisschen habe ich Respekt vor der Sache: Ich glaube, der Atlantik kann im November ganz schön rau werden. Und eine Deckwache ist tatsächlich dann eine verantwortungsvolle Tätigkeit, bei der man das Schiff erstens auf Kurs, zweitens über Wasser halten sollte. Und, ach ja: vermutlich gibt es über größere Strecken keinen Handyempfang.

Aber ey: Das ist Seefahrt, also hör auf zu heulen Alter. Genau so etwas wolltest du doch, zischt der graue Seebär in mir.

Also höre ich auf zu heulen und freue mich.

Manchmal habe ich direkt so was wie Glück Nur drei Tage dauerte es von einem relativ unbestimmten Mitsegel-Gesuch meinerseits in einem Online-Forum bis sich ein gewisser Hinrich meldete, und mich fragte, ob ich an Bord hüpfen will.

Natürlich will ich.

Zunächst aber verziehe ich mich eine Woche an den Nerdpol. Auf Deutsch: Ich haue mich ins Saarland, hülle mich in seltsame Gewänder, renne singend durch den Wald und patsche mit einer Latex-Helebarde ähnlich gesinnten Deppen in die Wampe.

Hört sich lustig an, ist es auch, nennt sich Liverollenspiel. Und um ehrlich zu sein, ist es dieses Jahr ein ganz wunderbarer Startpunkt: Nichts könnte vom windgepeitschten Herbstatlantik weiter weg sein als ein Augustnachmittag auf einem saarländischen Ex-Truppenübungsplatz mit 1000 Vollhonks in lustigen Rüstungen.

Mal sehen, vielleicht gebe ich hier nach meiner Rückkehr einen Bericht. Wie übersetze ich Nerdig in Standartsprache? Ach egal, die normale Welt wird es in keinem Fall verstehen.

Bis dahin schon mal Mast- und Schotbruch. Ich hoffe mein Glück hält. 🙂

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