Zwischendrin

Ich sehe aus wie ein Penner aus einer ZDF-Kommödie. Kein Kompliment will ich meinen. Grüner Ami-Parka, alte Jeans, grobe Stiefel, Mütze und diese Strickhandschuhe mit abgeschnittenen Fingern. Wenn man mir noch eine Geige und einen traurig dreinblickenden Bobtail verpasst, dann bin ich absolut ready für die große Weihnachtskommödie im ÖR, 19.30, dritter Advent, „Ein Engel …

Au Revoir für’s Erste

Dies ist der letzte abendliche Eintrag am kleinen Klapptisch im Bus. Morgen Abend sitze ich wieder zuhause. Ich könnte mir noch ein paar Tage länger leisten – spätestens am 04.10. hätte ich einen Termin – aber es ist erst einmal genug. Das hat mehrere Gründe. Zum einen finde ich es schön, demnächst wieder etwas aus …

Alte Pfade

Ja ja. Er kann halt nicht anders. Wald. Erde. Laub. Die Rufe der Vögel, der Matsch an den Sohlen, ab und an knackt ein Reh im Gebüsch. So schon uffzig-mal erlebt. Aber ich kann es natürlich nicht lassen. Wenn ich schon über die alte Westfront fahre, dann mache ich da natürlich auch Station. Und hier …

Senf und Kunst

Die eine oder andere Küchenschabe wird es am Header erahnen: Ich schreibe diese Zeilen in Dijon. Um genau zu sein: über Dijon (Hügel, wie immer), aber diesmal musste ich nicht hinaufstrampeln, sondern habe tagsüber ganz zentral vor einer Grünanlage geparkt. Der Morgen brachte mir mein liebstes Stück Frankreich: Eine extrem einsame Landstraße. Wer mitgezählt hat …

Not so Belle Epoque

Es regnet. Seid Oradour, ohne Unterlass. Es trommelt auf Gaspards Dach, dicke Tropfen ploppen durch die Bäume, unter denen ich stehe, es regnet wenigstens nur ein bisschen, als ich mir meine Reispfanne koche, es regnet sehr, als ich mich hinlege, mitten in der Nacht wache ich auf, weil der Regen so auf das Dach trommelt …

Oradour

Aus leeren Fensterhöhlenstarren 600 Gespensterauf die Enkel der Henker. Bröckelnde Mauernstehen noch als Zeugen über Täter,die nie Buße leisten mussten. Du irrst schweigsam und ohne Verstanddurch die Gassen und Rostinselnund denkst dir die Vergangenheitals böse Prophezeiung. Es ist mehr ein großer Zufall, als das Ausfahrtsschild an mir vorbeizieht und der Name in mir etwas klingeln …

Uh la la, Bordeaux!

Irgendwas macht mich sehr früh wach. Sei es das Gefühl, von dutzenden Wohnmobilen umgeben zu sein, sei es die schiefe Lage des Stellplatzes, die mich gegen die Bordwand drückt. Wie auch immer: Um 6.00 rolle ich vom Platz und aus San Sebastian. Und bin eigentlich instant in Frankreich. Endlich wieder Rastplätze! Diesel ist hier viel …

Grumpy Old Surfer Boy

Heute mache ich Strecke. Leon – San Sebastian sind fast 400, da werde ich lange zuckeln. Aber danach bin ich dann schon wieder fast in Frankreich, also lasst uns heute Meilen runter reißen! Leider schlafe ich länger als sonst. Also komme ich spät los von dem wunderschönen Waldparkplatz, durch dessen Bäume man nachts beim Pinkeln …

Wanderer über den Dingen

Die Nacht war fast unbeschreiblich still. Morgens der Bergstraße weiter folgen, Richtung spanische Grenze. Nebel wallt aus dem Tal, aber ich fahre höher, in der Morgensonne. Dann, rechts am Straßenrand: Ein kleiner Parkplatz, ein großer Felsen und eine überdimensionale Schaukel. Von hier kann man die ganze Welt sehen, zumindest den Teil, der über dem Nebel …

Walle, walle Nebula.

Wie man Porto doch noch genießen kann. Eine Anleitung in vier Schritten Erstens: Schlaf ein bisschen länger als sonstZweitens: Wasche dich.Drittens: Wenn du es noch nicht getan hast, geh über diese verfluchte Brücke. Genieße das Panorama. Geh einmal in eine Richtung, dann dreh um und geh zurück. Verpiss dich danach schnell.Viertens: Such dir einen Außenbezirk. …